An einem Freitag Ende Mai hatte der Eigentümer drei Angebote für ein Haus, das seit zwei Jahren still auf dem Markt war. Details werden zum Schutz der Privatsphäre geändert, aber die Entscheidung ist real.
Der Unterschied zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Angebot betrug 145.000 Euro. Das mittlere Angebot war das älteste, von einem internationalen Käufer mit vorgenehmigter Finanzierung und einem Anwalt, der das Dossier bereits geprüft hatte. Das höchste kam von einer Privatperson ohne Hypothek, die die Unterzeichnung um sechs Monate verschieben wollte, um ein anderes Haus zu verkaufen.
Was wirklich zählte
Entschieden hat nicht die Zahl, sondern das Risiko, nicht zur Unterzeichnung zu kommen. Ein höheres Angebot mit Sechsmonats-Frist bringt Variablen, die Wert zerstören können: Zinsänderungen, Sinneswandel des Käufers, ein konkurrierendes Objekt, ein familiärer Vorfall.
Was hätte verloren gehen können
Wäre der Deal nach fünf Monaten geplatzt, käme die Immobilie mit dem Etikett 'der Käufer ist abgesprungen' zurück — eine Wahrnehmung, die der nächste nur mit Abschlag bezahlt. Es hätte mehr als die theoretischen 145.000 Euro gekostet.
Das beste Angebot annehmen bedeutet, den Käufer zu wählen, der wahrscheinlich unterschreibt, nicht den, der auf dem Papier mehr versprach.
Drei Fragen zu jedem Angebot
- In welchem Stadium ist die Finanzierung und wer trägt sie?
- Hat sein Anwalt das Dossier geprüft und konkrete Fragen formuliert?
- Wie ist der realistische Zeitplan zwischen Anzahlung und Unterzeichnung — und warum?